Vorbereitung ist alles
Perfekte Kalibrierung beginnt schon im Vorfeld – mit wenigen, aber entscheidenden Vorbereitungsschritten, die Fehler verhindern und für maximale Genauigkeit sorgen.
- Fehlerspeicher vorab auslesen: Systemfehler können die Kalibrierung verhindern.
-
Reifendruck prüfen: Zu niedriger Druck führt zu Schieflage und ungenauen Ergebnissen.
-
Fahrzeug auf ebenem Untergrund positionieren: Schon kleine Neigungen verfälschen die Kalibrierung.
-
Fahrzeug in Nullstellung bringen: Lenkrad gerade, korrekte Beladung, Motor aus, Türen geschlossen.
-
Bei Luftfahrwerk: Servicestellung bzw. Komfortmodus wählen.

Positionierung & Ausrichtung
Präzise Ausrichtung ist die Basis jeder erfolgreichen Kalibrierung – schon kleinste Abweichungen verfälschen das Ergebnis.
- Geeignete Messinstrumente verwenden: Kalibrierwerkzeuge müssen korrekt eingestellt und geprüft sein.
-
Kalibriertafeln exakt auf der Fahrzeuglängsachse zentrieren: Minimale Schiefstellungen führen zu systematischen Fehlern.
-
Lichtverhältnisse kontrollieren: Direktes Sonnenlicht oder Reflexionen auf Scheibe oder Tafel können die Kameraerkennung stören.
-
Nicht unter Zeitdruck arbeiten: Sorgfalt verhindert Messfehler und unnötige Wiederholungen.
-
Arbeitsbereich bei Problemen um 180° drehen: Fahrzeug und Tool wenden – oft liegen die Störquellen in der Umgebung oder Beleuchtung.

Sauberkeit & Sicht
Nur bei klarer Sicht erkennt das System die Kalibriermuster zuverlässig – Sauberkeit ist entscheidend.
-
Kalibriertafeln regelmässig reinigen: Staub, Fingerabdrücke oder Glanzstellen beeinträchtigen die Mustererkennung.
-
Sensor- und Kamerabereiche säubern: Besonders wichtig nach Scheibenersatz oder Werkstattarbeiten.
-
Sichtachse freihalten: Keine Gegenstände wie Reifenstapel, Werkstattausrüstung oder Maschinen dürfen den Kalibrierbereich verdecken.

Diagnosetool richtig nutzen
Nur ein aktuelles und korrekt bedientes Diagnosetool garantiert eine Kalibrierung nach Herstellervorgaben.
- Software regelmässig updaten: Neue Fahrzeuge und moderne Kalibrierroutinen stehen nur mit aktuellen Versionen zur Verfügung.
-
Onlineverbindung prüfen: Notwendig, wenn das System Hersteller-Server benötigt (z. B. Remote, CSM - Cyber Security Management).
-
Kalibrierprotokoll speichern/ausdrucken: Wichtiger Nachweis für Kunden, Versicherungen und zur eigenen Dokumentation.

Fehlerquellen kennen & vermeiden
Wer typische Stolperfallen kennt, verhindert Reklamationen und erkennt Probleme bereits im Vorfeld.
-
Sensoren nach Stoss, Bordsteinkontakt oder Unfall prüfen: Auch unsichtbare Verschiebungen beeinflussen die Kalibrierung.
-
Tuning-Fahrzeuge besonders betrachten: Tieferlegung oder modifizierte Fahrwerke erfordern individuelle Messpunkte oder Herstellerhinweise.

Dynamische Kalibrierung
Für dynamische Kalibrierungen spielen Fahrweise, Strecke und Wetter eine entscheidende Rolle.
-
Verkehrsarme Strecke wählen: Häufiges Anhalten, Ampeln oder Stau verhindern eine erfolgreiche Kalibrierfahrt.
-
Ruhige, gleichmässige Fahrweise: Spur halten, konstantes Tempo, keine abrupten Lenkbewegungen.
-
Ausreichend Fahrzeit einplanen: Viele Systeme benötigen 15–30 Minuten oder definierte Fahrsituationen wie Kurven oder Schilder.
-
Witterung berücksichtigen: Regen, Schnee, Nebel, Dunkelheit oder tiefer Sonnenstand können den Erkennungsprozess verzögern.

